
Neue Herausforderungen in der Holzbranche
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Das Holz gehört zu den wichtigsten Naturreichtümern des Naturparks Gruyère Pays-d’Enhaut. Fast 40 % des Parkgebiets sind von Wald bedeckt: eine echte grüne Lunge und ein erneuerbarer Rohstoff für die Zukunft. Dazu gehört ein lebendiges Netz lokaler Unternehmen: Über siebzig Betriebe mit rund 300 Arbeitsstellen sind in der Branche aktiv – von der Forstwirtschaft bis zum Holzbau, in der Sägerei, Zimmerei, Schreinerei oder auch im Bereich der Holzenergie. Zudem ist im Park viel althergebrachtes Wissen rund ums Holz lebendig geblieben, etwa zur Schindelmacherei und anderem traditionellem Holzhandwerk.
Eine Schlüsselrolle in der Kette der Holzverarbeitung kommt den Sägereien zu. Sie ermöglichen kurze Transportwege und eine lokale Verwertung des Holzes. Trotz eines allgemeinen Trends zur Konzentration gibt es auf dem Gebiet des Parks noch sechs kleine und mittelgrosse Sägereien, dazu kommt eine Grosssägerei in Bulle in unmittelbarer Nähe des Parks – eine wertvolle Situation, wie es sie in der Schweiz nur noch selten gibt.
Auch im Bauwesen wird der Einsatz von Holz aus der Region immer beliebter. Nähe, Qualität, Modularität, schnelle Verarbeitung, geringer ökologischer Fussabdruck sowie die Rolle als Kohlenstoffspeicher: All dies macht Holz zu einem zukunftsträchtigen Werkstoff, im Einklang mit den Prinzipien der nachhaltigen Entwicklung. Eine vielversprechende Ausgangslage – und doch steht die Branche vor einigen grossen Herausforderungen.
Die erste Herausforderung ist wirtschaftlicher Natur. Der liberalisierte Holzmarkt steht unter starkem Druck durch Importe aus Nachbarländern sowie aus dem weiter entfernten Ausland, wo die Produktionsbedingungen oft wesentlich stärker industrialisiert sind. Trotz Qualität und Nähe hat das Schweizer Holz darum einen Wettbewerbsnachteil. Darüber hinaus ist die Weiterverarbeitung, insbesondere die Produktion von Brettschichtholz, in der Schweiz ungenügend und im Gebiet des Parks überhaupt nicht vertreten.
Die zweite Herausforderung betrifft den Klimawandel: Die globale Erwärmung hat Folgen für die Gesundheit und die Zusammensetzung unserer Wälder. So nimmt das Verbreitungsgebiet der Fichte, der wichtigsten Nutzholzart, ab, und die Qualität des Fichtenholzes sinkt. Dennoch gibt es im Park nach wie vor einige Zonen mit günstigen Bedingungen, und der Aufschwung von Laubbäumen kommt der Energiegewinnung aus Holz zugute. Trotzdem ist es wichtig, im Sinne der Kaskadennutzung vor der Verbrennung zusätzlichen Nutzen aus dem Holz zu gewinnen.
Die dritte Herausforderung schliesslich ist der Mensch, denn trotz grosser Anstrengungen der Berufsverbände und der verschiedenen Akteure der Branche bleibt es schwierig, qualifizierte Arbeitskräfte zu rekrutieren und zu binden.
Angesichts dieser Herausforderungen ergreift der Naturpark Gruyère Pays-d’Enhaut konkrete Massnahmen, um die Branche zu unterstützen. Seine Holzkommission, bestehend aus fünfzehn Vertretern aus allen Bereichen und Regionen, fördert Synergien, auch auf interkantonaler Ebene. Dies trägt dazu bei, das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Funktionen unserer Wälder zu erhalten, von der Holzproduktion über die Schutzfunktion bis zur sozialen und ökologischen Bedeutung.
Zusammen mit Lignum Freiburg und Waadt, fördert der Park das Label Schweizer Holz, indem er Gemeinden und Bauherren zur Nutzung von lokalem Holz ermutigt. Aktuelle Projekte wie das neue Schulhaus aus einheimischem Holz in Neirivue, sind die Früchte dieser Arbeit.
Der Park unterstützt ebenfalls Forschung und Innovation, so etwa Untersuchungen zum Einfluss der Mondzyklen auf die Holzqualität oder zum Potenzial der Holzenergie. Er setzt zugleich auf Tradition und Moderne und fördert sowohl alte Handwerkskunst wie die Schindelmacherei oder die Restaurierung von Alphütten als auch zukunftsweisende Projekte wie das Centre d’activité Rossinière (CARoss), künftiger Sitz des Parks, das derzeit aus lokalem Holz gebaut wird. Im Jahr 2026 geben die Naturparks Gruyère Pays-d’Enhaut, Jorat und Jura vaudois zusammen einen Katalog zum öffentlichen Mobiliar aus Holz heraus.
Holz ist nicht einfach ein Material: Es ist eine Kultur und ein lebendiges Bindeglied zwischen Generationen und Regionen. Wir alle können auf unsere Weise dazu beitragen, diese Branche zu erhalten und den wunderbaren Rohstoff Holz, dieses Symbol von Nachhaltigkeit und lokaler Identität, zu fördern.